#DiscoverEU – Interrail Tag 2: Ein Tag in der goldenen Stadt an der Moldau (Prag)

Bei der EU habe ich eines von 15.000 Interrail Tickets gewonnen. Damit bekam ich die Möglichkeit Europa zu bereisen und besser kennen zulernen! Weitere Infos dazu, wie z.B. meine Reiseroute aussieht, habe ich in folgendem Blogpost zusammengefasst: #DiscoverEU – Die Planung meiner Interrail-Reise


In so ziemlich jeder Dokumentation, die ich bisher über Interrail geschaut habe, gab es immer eine Szene, in der die Reisenden auf dem dreckigen Boden eines Zuges übernachten mussten, weil alle Plätze belegt waren. Ich musste zwar nicht übernachten, aber auch ich kam in das ultimative Interrail-Feeling und durfte eine kleine Bekanntschaft mit dem Fußboden machen. Im Gang vor einer defekten Toilette war noch eine kleine Fläche frei, auf der ich die Hälfte der Zugfahrt von Berlin nach Prag verbrachte, bis es im Zug langsam leerer wurde und richtige Plätze frei wurden.

Nach etwas über 4 Stunden Fahrt kam ich dann endlich am Hauptbahnhof in Prag (Praha hlavní nádraží) an. Da man in Tschechien bekanntlich nicht mit Euro, sondern mit tschechischen Kronen bezahlt, musste ich erst einmal einen Bankautomaten finden. Der erste akzeptierte meine Kreditkarte nicht, sodass ich erst beim zweiten Automaten mein Geld bekam. Wechselstuben finde ich sinnlos, da einem dort mit schlechten Wechselkursen (die immer angeblich die allerbesten der Stadt sind) das Geld aus der Tasche genommen wird. Womit ich aber nicht gerechnet habe ist, dass der Geldautomat das selbe versucht hat! Ich hatte die Wahl mein Geld mit „garantiertem Wechselkurs“ und ohne garantiertem Wechselkurs abzuheben. Der garantierte Wechselkurs ist deutlich schlechter als der nicht garantierte, denn damit wären mir fast 2 Euro mehr von der Kreditkarte abgezogen worden.

Nachdem ich mein Geld hatte, wollte ich unbedingt erstmal in mein Airbnb*, um den schweren Rucksack abzuladen und dann nach einem Supermarkt zu suchen, um mir etwas zum Essen zu holen. Der Bahnhof war leider etwas komplizierter aufgebaut und stimmte so gar nicht mit den Streetview-Bilder überein, die ich mir zur Vorbereitung angeschaut habe. So musste ich erstmal herausfinden, wo ich bin und wie ich überhaupt zum Airbnb* kommen kann. Da die Internetverbindung echt schlecht war (mein Handy hatte sich bei dem falschen Netzbetreiber eingewählt, wie ich später herausfand), war Google Maps zu dem Zeitpunkt ziemlich unnütz für mich. Glücklicherweise hatte ich mir einen Stadtplan ausgedruckt, wo alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Orte, wie der Bahnhof oder das Airbnb*, eingetragen waren, sodass ich nach 45 Minuten endlich meine Unterkunft erreichte. Als ich dann über das dortige Wlan eine Route zum nächsten Supermarkt starten wollte, gab es ein Problem: Jeder Supermarkt in der Nähe hatte bereits geschlossen und die nächste Möglichkeit einen geöffneten Laden vorzufinden war, wer hätte es gedacht, im Hauptbahnhof. Da der Weg vom Hauptbahnhof zum Airbnb* ordentlich Steigung hatte und ich einfach nur noch möglichst schnell schlafen gehen wollte, war die einzige Möglichkeit irgendwie an etwas Essbares zu kommen ein kleiner, ranziger Kiosk ein paar Häuser weiter. Dort gab es leider nur eine extrem geringe Auswahl – es wurden fast ausschließlich Konserven und Hygieneartikel geführt. Ein kleines Eis und ein Twix mussten also erstmal ausreichen. Eine Dose gekühlter Cola aus der AirbnBar retteten mir an diesem Abend das Leben (es war heiß, mir war heiß, mein Wasser war heiß, ich hatte Durst) und es war mit Abstand die beste Coke, die ich jemals getrunken hatte!

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Am nächsten Morgen machte ich mich dann auf den Weg durch die Stadt. Vom Airbnb* aus ging es zuerst zum Pulverturm, welcher das Tor zum Kern der Prager Altstadt bildet. Nach kurzer Zeit schon war ich am Altstädter Ring, dem größten und zentralen Marktplatz in Prag. Hier steht auch das Rathaus mit seiner berühmten astronomischen Uhr, auf die ich mich schon ein wenig gefreut hatte. Leider wurde ich bitter enttäuscht, denn anstelle der Uhr, war ein Baugerüst mit einer auf einer LED-Leinwand angezeigten Uhr zu sehen. Da ist man mal in Prag und dann ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten verhängt. Offensichtlich meint es der Touri-Gott nicht gut mit mir, denn das selbe ist mir  ja vor ein paar Monaten auch schon mit dem Big Ben in London passiert. Ich muss wohl mal ein paar Stadtpläne, Reiseführer und Selfie-Sticks opfern gehen..!

Auf dem Weg durch die Altstadt zur Karlsbrücke. Prag ist durchzogen von solchen kleinen Gassen und bietet somit ein echt schönes Stadtbild!

Vom Rathaus führte mich der Weg weiter durch die Altstadt an das Ufer der Moldau, genauer gesagt zur Karlsbrücke, eine der ältesten Steinbrücken Europas, die bereits im 14. Jahrhundert errichtet wurde – DAS Wahrzeichen Prags. Auf einer Bank kurz vor der Brücke machte ich kurz Pause und beobachtete dabei die vorbeigehenden Menschen. Während ich dort saß fragten mich mehrere Touristen, ob ich ein Foto von ihnen vor der Karlsbrücke schießen könnte, was ich natürlich gerne machte. Es ist schon irgendwie ein Kompliment danach gefragt zu werden, denn wer würde jemandem eine teure Kamera oder ein teures Smartphone in die Hand geben, der nicht vertrauenswürdig aussieht?

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Die Brücke ist so lang, dass dort gleich mehrere Straßenmusiker Platz finden, ohne sich gegenseitig zu stören, was für eine echt coole Vielfalt an Klängen und schönen Melodien sorgt. Ich bin gerne auf die andere Flussseite spaziert und habe auch auf dem Weg dorthin eine weitere, kurze Pause eingelegt. Das einzige, was mich hier wirklich störte, war die Masse an Menschen. Ich hätte mich wirklich aufraffen und mir schon früh Morgens einen Wecker stellen müssen, um den Ort – wie wir es in London auch hatten – komplett für mich alleine zu haben. Mit dem goldenen Licht der aufgehenden Sonne und der herrschenden Einsamkeit, hätte ich dann sicherlich auch noch einige bessere Fotos aus der goldenen Stadt hinbekommen – das muss jetzt allerdings bis zum nächsten Städtetrip nach Prag warten!

Gleich in der Nähe der Karlsbrücke, gelegen in einer Seitenstraße mir fast keinem Verkehr, findet man die John Lennon Mauer. Hier darf jeder Künstler ganz ohne Genehmigung seiner Kreativität freien Lauf lassen und die Mauer als Leinwand nutzen. Die Geschichte der John Lennon Mauer ist hier ganz gut zusammengefasst. Hier habe ich mir wieder etwas Zeit genommen und mir die Mauer im Detail angesehen. Wie bei den Kunstwerken auf der Berliner Mauer, geht es hier ebenfalls um Freiheit und den Ausbruch aus der Unterdrückung, was durchaus auch heute noch aktuell ist!

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Die nächste Station auf meinem Stadtrundgang war die Prager Burg. Man sollte viel Ausdauer und möglichst keinen schweren Rucksack mitbringen, denn es geht weit nach oben. Nach gefühlt tausenden Treppenstufen und einer Verschnaufspause im Schatten war ich dann doch endlich oben angekommen und konnte die Aussicht über Prag genießen. Mein Timing war ziemlich perfekt, denn ich bin passend zum Wachwechsel angekommen, von dem ich mangels guter Vorbereitung nicht einmal wusste. Es wirkte wie ein etwas kleinerer Abklatsch vom britischen Wachwechsel vorm Buckingham Palace (hoffentlich liest das hier gerade kein Prager..). Durch die geringere Größe konnten die Zuschauer auch näher am Geschehen sein, was im völligen Kontrast zur Wachablösung in London steht und viel bessere Fotos ermöglicht!
Leider konnte ich weder den Veitsdom noch das Goldene Gässchen besuchen, da dafür mein Rucksack hätte kontrolliert werden müssen und ich nicht sonderlich Lust darauf hatte ihn komplett aus- und wieder einzuräumen.

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Um mich noch etwas geschichtlich zu bilden, führte mich der Rückweg durch das jüdische Viertel zurück in Richtung Pulverturm. Auf den letzten Metern holte ich mir noch ein mit Eis gefülltes „Trdelník“, was in der Prager Innenstadt an jeder Ecke zu haben ist. Ein „Trdelník“ ist ein traditionelles Gebäck, welches ursprünglich aus der Slowakei kommt. Es ist wie eine Rolle geformt, da es sich um um einen Holzstab gewickelten Teig handelt, der über offenem Feuer gebacken und anschließend in Zucker gewälzt wird. Es war mit Abstand das Beste, was ich auf meiner ganzen Reise gegessen habe (wobei ein Burger in Salzburg auch echt gut war, dazu im nächsten Blogpost mehr!).

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Es war ziemlich heiß und das Gewicht auf meinem Rücken war nicht gerade angenehm, sodass ich ziemlich fertig vom Tag war und gleich ganze 4 Stunden eher als geplant den nächsten Zug, in Richtung Österreich, genommen habe. Die freie Zug-Wahl ist zwar ein klarer Vorteil gegenüber einer solchen Reise mit dem FlixBus, allerdings wären höher frequentierte Zugverbindungen manchmal durchaus von Vorteil (von Prag nach Linz fahren drei Züge am Tag, alle 4 Stunden). So habe ich zwar nicht alles geschafft, was auf meiner Sehenswürdigkeiten-Liste stand, aber dafür habe ich jetzt noch eine Motivation ein weiteres Mal nach Prag zu kommen!

Mir standen nun noch 4 Stunden Fahrt bevor, die ich ohne Umstiege und mit Sitzplatz genießen konnte. Nach Tschechien fuhr ich nun in ein weiteres Land, das ich noch nie vorher besucht hatte: Österreich. Dazu aber mehr im nächsten Blogpost, über Linz, Salzburg und einen Straßenmusiker.

 

Danke fürs Lesen und Viele Grüße,
Maarten

 

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Über mich

Maarten Hoffmeyer

Ich bin 19 Jahre alt, gehe in die 12. Klasse eines Gymnasiums und komme aus Osnabrück. Auf meinem Blog schreibe ich über vor allem Reisen, Dinge, die mich interessieren und über GBS, eine Krankheit, die ich hatte.

Zitat

»Jeder Tag könnte dein letzter sein – und wenn du irgendjemanden magst, sag es am besten gleich!«

– Cro