Roadtrip durch Europa: LONDON

In einem vorangegangen Blogpost habe ich die Hintergründe zu unserem Roadtrip durch Europa ein wenig erklärt. Da er durchaus nicht unwichtig ist zum besseren Verständnis von diesem Reisebericht, empfehle ich ihn im Voraus zu lesen:

Roadtrip durch Europa – 3 Hauptstädte in 4 Tagen


Tag 1: Völlige Leere an den Touri-Hotspots

Alleine die Fahrt nach London hatte schon etwas, das man mal erlebt haben sollte, denn es ging mit dem Bus auf einen Zug und dann durch den Eurotunnel, der Großbritannien mit dem europäischen Festland verbindet. Noch auf französischer Seite wurden wir gleich zwei Mal kontrolliert. Zuerst wurde der gesamte Bus von französischen Beamten zusammen mit einem Drogenspürhund durchsucht beziehungsweise durchschnüffelt und alle mussten zur Pass- und Handgepäckkontrolle nach draußen. Alle stiegen wieder ein und keine 200m durften wir wieder aussteigen, damit die englischen Beamten ebenfalls eine Passkontrolle und zusätzlich eine Befragung zum Aufenthalt durchführen konnten. Den Umständen geschuldet, dass es zwischen 2 und 3 Uhr morgens war und mein Englisch nicht das allerbeste ist, müssen sich meine Antworten für Außenstehende wohl relativ lächerlich angehört haben. Schlussendlich sind wir tatsächlich durchgekommen und konnten unsere Fahrt in die britische Hauptstadt fortsetzen.

Geplant war, dass wir um 6:00 (englischer Zeit!) in London ankommen. Unser Busfahrer fuhr allerdings so sportlich, dass wir bereits um 5:00 die Victoria Coach Station im Stadtteil Belgravia erreichten. Gut für uns, denn so konnten wir die Touristenmagneten schon vor dem Ansturm ganz alleine besuchen, was eine total surreale und echt tolle Erfahrung war!

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Vom Busbahnhof aus sind wir zuallererst zum Buckingham Palace gegangen. Es ist schon cool, dort völlig alleine zu sein und sich alles in Ruhe anschauen zu können. Getaucht in das Licht der gerade aufgehenden Sonne, sahen die Fassaden ziemlich schön aus. Über dem See im anliegenden St James Park waberte der morgendliche Dunst, sodass der Park in Kombination mit den ersten Sonnenstrahlen ziemlich magisch erschien. Zwischen den dort lebenden Vögeln, wie Enten, Gänsen, Schwänen und vielen weiteren Arten, rannten überall kleine, extrem zutrauliche Grauhörnchen umher, die von den Touristen bereits an sie fütternde Menschen gewöhnt wurden und nun etwas zu essen haben wollten. Von uns gab es nichts, sodass sie keine andere Wahl hatten und noch etwas mit ihrem Frühstück warten mussten.

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Durch den St James Park liefen wir weiter zu dem Big Ben und der Westminster Abbey. Die Westminster Abbey haben wir schnell erkannt, ganz im Gegensatz zum Big Ben, den wir etwas anders erwartet hatten. Zwar wussten wir, dass er momentan restauriert wird und in Gerüsten steht, dennoch war er so im Gesamtbild der Houses of Parliaments versteckt, dass wir schon etwas verwundert waren, dass er aussieht, wie er eben aussieht. Gegenüber der Westminster Abbey haben wir unser erstes britisches Pfund abgehoben, bei dem ich mich schon über das merkwürdige Aussehen gewundert habe. 2014 war ich wegen eines Schüleraustausches in Nordirland, wofür ich ebenfalls Pfund brauchte, das aber völlig anders aussah. Meinen letzten 10 Pfund Schein von damals hatte ich zwar dabei, wie sich allerdings kurz später, als ich mir bei der Sandwich Kette „Pret a Manger“ mein Frühstück kaufen wollte, herausstellte, sind die alten Scheine und auch Münzen nicht mehr gültig und müssten erst in einer Bank umgetauscht werden. Gut, dass wir vorher noch „neues“ Geld geholt hatten!

Das London Eye und der in Baugerüste eingepackte Big Ben bzw. Elizabeth Tower auf der gegenüberliegenden Seite der Themse.

An der anderen Themse-Seite gingen wir am London Eye vorbei, um dann bei der nächsten Brücke wieder auf die gegenüberliegende Seite zu wechseln und zum Trafalgar Square weiterzugehen. Der Trafalgar Square hat mich persönlich etwas überrascht. Ich wusste zwar, dass dort Löwen-Statuen stehen, aber das die so groß sind, hätte ich nicht erwartet. Ein echt beeindruckender Platz, auf dem vor den Stufen zur National Gallery Künstler kleine Kunstwerke mit Kreide auf den Boden malen.

Noch beeindruckender fand ich hingegen unser nächstes Ziel, den Piccadilly Circus, ein Platz auf dem an einer Hauswand, Times Square ähnlich, eine riesige LED-Tafel mit Werbung hängt. Es wirkte ziemlich futuristisch im sonst so altertümlich aussehenden London.

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Von dort aus ging es wieder zurück zum St James Park, wo wir erst auf einer der vielen Bänke eine Pause gemacht haben, um dann pünktlich um 11:00 die berühmte Wachablösung am Buckingham Palace mitzuerleben – eine Sache, die man zwar mal gesehen haben sollte, aber nicht so spektakulär ist, wie überall erzählt und geschrieben wird.

Unserer Beine wurden immer schwerer und so machten wir uns auf in die Richtung unseres Hotels. Auf dem Weg dorthin lag noch das National History Museum, das ich wegen des riesigen Dinosaurier-Skelettes in der Eingangshalle besuchen wollte. Dort angekommen sind wir allerdings aus versehen durch den Nebeneingang hereingegangen, sodass wir erstmal fast durch die komplette (wirklich sehenswerte!) Ausstellung laufen mussten um zu der besagten Eingangshalle zu gelangen. Dort angekommen wurde ich allerdings etwas enttäuscht, denn entgegen der Bilder im Internet wurde das Skelett eines Stegosaurus (die mit den langen Hälsen), dass ich in Kombination mit der Eingangshalle so beeindruckend fand, durch ein an der Decke hängendes Skelett eines Ur-Wals ausgetauscht. Zumindest haben wir so wieder etwas Zeit rumbekommen, und konnten endlich in unser Hotel, dass in der Nähe der Paddington Station liegt. Vom Naturkundemuseum mussten wir also nur durch den Hyde Park gehen und konnten nach zwei Tagen ohne Dusche und Bett, im Hotel angekommen, endlich wieder etwas ausruhen.

Zum Abschluss des Tages gingen Justus und ich zuerst original britische Chips essen, um dann die Paddington Station, in der auch die Filme um Paddington Bär spielen, zu besuchen. Alte Bahnhöfe, die man dann auch noch aus Filmen kennt, finde ich irgendwie echt spannend!

Die berühmte Paddington Station liegt in der direkten Nähe von unserem Hotel.

Tag 2: 160m über London – Auf den Spuren von Sherlock Holmes und Harry Potter

Nach ungefähr 13 Stunden Schlaf (es war wohl sehr nötig), einer weiteren Dusche und einem Frühstück im Hotel ging es, nachdem wir pünktlich zur letztmöglichen Checkout-Zeit um 10:30 das Hotel verlassen haben, weiter mit unserer Sightseeing-Tour durch London.

Das Speedy’s Café. Die Haustür direkt links daneben führt zu der Wohnung (links, 1. Stock) von Sherlock und John in der BBC-Adaption von Sherlock Holmes.

Das erste Ziel auf unserer Liste war das Speedy’s. Ein kleines Café gelegen in einer Seitenstraße, was zum Drehort der erfolgreichen BBC-Serie „Sherlock“ wurde und seit dem ziemlich bekannt ist. Direkt nebenan ist in der Serie die Haustür und somit auch die Wohnung von Sherlock Holmes und John Watson. Es ist schon ein positiv-komisches Gefühl an Orten zu sein, die man sonst nur aus Filmen beziehungsweise Serien kennt.

Der vermeintliche King’s Cross, der eigentlich der St Pancras International Bahnhof ist.

Vom Sherlock-Drehort ging es direkt weiter zum nächsten uns bereits bekannten Ort, dem Kings Cross Bahnhof! Dort angekommen sind wir zuerst in den falschen Bahnhof (dafür war die Architektur ziemlich cool!) gegangen, denn wer rechnet auch schon damit, dass zwei echt große Bahnhöfe direkt nebeneinander liegen? Nachdem wir der Verzweiflung nahe gegoogelt haben, wo denn nur der Harry Potter-Fanshop und das Gleis 9 3/4 sind (wir waren uns ziemlich sicher im richtigen Bahnhof zu sein!), haben wir dann auch endlich bemerkt, dass wir nur ein paar Meter weiter hätten gehen müssen, um anzukommen. Gesagt getan, da war er nun. Von außen ist er so unscheinbar, dass es kein Wunder war, dass wir ihn verwechselt haben. Nun hätten wir für viel Geld das typische „Ich laufe mit einem Gepäckwagen in die Wand“-Bild vor dem Harry Potter-Store machen können, wir haben uns allerdings nur kurz in diesem umgeguckt, da wir langsam aber sicher Zeitnot hatten.

Für 14:15 hatten wir nämlich Tickets für den Skygarden, bei dem wir letztendlich nach einem 40 minütigen Sprint völlig verschwitzt und außer Atem (ok, so schlimm war es dann doch nicht.. 😅) ziemlich pünktlich ankamen. Der Skygarden ist ein kleiner, aber echt netter botanischer Garten im 36. Stockwerk eines im Londoner Bankenviertel stehenden Wolkenkratzers, der auf eine Gesamthöhe von knapp 160 Metern kommt. Von dort oben hat man eine ziemlich gute Aussicht über London und es war mit Abstand mein persönliches Highlight der ganzen Reise. Der Moment, wenn man aus dem Fahrstuhl steigt und sich langsam die Sicht durch die riesigen Glasfronten auf die Skyline der Stadt eröffnet, ist echt ein ganz besonderer!

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Nach einer Stunde mussten wir leider wieder gehen, denn die Tickets hatten eine zeitliche Begrenzung. Auf dem Weg zum Tower of London, beziehungsweise zur Tower Bridge, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Leadenhall Market, eine kleine Passage, mit einem sehr schönen Baustil und einigen kleinen Geschäften, wie Blumenläden, Friseuren, Restaurants, etc. Der Leadenhall Market ist wirklich sehenswert, wenn man sich gerade zufällig in der Umgebung aufhält!

Zur Tower Bridge muss ich denke ich gar nicht so viel sagen, denn sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons und somit eigentlich wirklich jedem bekannt und ist wirklich, nicht nur daher gesagt, des Sehens würdig! Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und so sind wir erst über die Tower Bridge und daraufhin am Ufer der Themse entlang langsam wieder in die Richtung der Busstation gelaufen. Vorbei am Borough Market, dann hinter dem London Eye (wo ich mir wieder, wie am Morgen des ersten Tages, bei „Pret a Manger“ ein Sandwich holte – die machen das einfach echt gut!) wieder auf die gegenüberliegende Seite der Themse und wir kamen wieder am St James Park vorbei, in dem wir uns niederließen, um noch etwas auszuruhen. Es waren noch knapp 2 Stunden, bis uns der Bus nach Amsterdam bringen sollte, also hatten wir durchaus noch genügend Zeit.

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Schließlich ging es dann final weiter zur Busstation, denn wir wollten auf keinen Fall zu spät kommen. An der Busstation in London halten nicht nur FlixBusse, sondern auch die von einigen anderen Fernbus-Anbietern. Dazu kommt noch, dass es über 20 Gates gibt, aber keine Abfahrtstafeln, an denen man ablesen kann, von welchem Gate welcher Bus fährt, sodass es dort leider ziemlich unübersichtlich ist. Erst nachdem wir uns mehrmals durchgefragt hatten, haben wir unser Gate gefunden, was bei mir zwischenzeitlich für einen richtigen Adrenalin und Nervositäts-Anstieg sorgte. Generell ist die Busstation relativ schlecht organisiert, sodass unser Gate zwischenzeitlich nochmal wechselte und bei uns eine erneute Verwirrung aufkommen lies.

Um die Spannung etwas wegzunehmen: Wir haben unseren Bus dann doch gefunden und sind am nächsten Morgen in Amsterdam angekommen. Wie es weitergeht, erzähle ich dann im nächsten (und vorerst letzten) Beitrag zu unserm Roadtrip durch Europa!

Die erste Telefonzelle, die wir in London gesichtet haben!

Fazit

London ist eine unglaublich schöne Stadt. Gerade im direkten Vergleich mit Paris ist es dort unglaublich sauber und überdurchschnittlich gepflegt. Es zieht sich durch nahezu alle Stadtteile ein einheitlicher Baustil, was insgesamt ein sehr stimmiges Stadtbild ergibt. Für mich war es direkt am Abend unserer Abreise klar, dass ich unbedingt noch einmal in die britische Hauptstadt kommen möchte. Es hat mir dort einfach sehr gefallen und es gibt noch viel zu viele Dinge, die wir nicht gesehen haben.
Ein Musical im West End zu sehen, oder einfach nur den Big Ben von Baugerüsten befreit zu erleben, wären schon zwei Gründe, die mir für die Planung einer Reise dorthin ausreichen würden. Falls ihr also mal die Möglichkeit habt nach London zu kommen, dann macht es – wirklich lohnenswert!

 

Um noch einen besseren Überblick über unsere Route durch London zu bekommen, habe ich folgende Karte erstellt. Ursprünglich diente sie zur Planung unserer Reise! Mit einem Klick auf die markierten Punkte wird jeweils ein weiterführender Link zu der Sehenswürdigkeit angezeigt, damit du noch mehr Infos darüber bekommen kannst! Die blaue Route ist die vom ersten Tag, die orange Route ist dementsprechend die vom zweiten Tag.

Um hier auf dem Laufenden zu bleiben und auch das Erscheinen der Blogposts über die nächsten Stationen unseres Roadtrips nicht zu verpassen, empfehle ich dir meinen Blog zu abonnieren (am Smartphone: unten am Ende des Textes, am PC: auf der rechten Seite oben) und somit bei jedem neuen Beitrag per E-Mail benachrichtigt zu werden.

Auch meine Reisekarte wurde nun um einen neuen Ort erweitert. Dort sind alle Orte eingezeichnet, über die ich auf meinem Blog bereits berichtet habe!

Wenn dir mein Beitrag gefallen hat, dann lass es mich gerne in Form eines Kommentares wissen! 🙂

2 thoughts on “Roadtrip durch Europa: LONDON”

  1. Hallo Maarten,
    die Zeit in London hört sich toll an. Ich mag deine Bilder sehr und insbesondere die von den frühen Morgenstunden haben wohl Seltenheitswert 😉 Ich werde im Juli auch nach London fliegen für eine Woche und habe mir den einen oder anderen Tipp von dir schon gespeichert. Ich bin gespannt, was du dann nächstes Mal über Amsterdam berichtest.
    Liebe Grüße
    Pia

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Über mich

Maarten Hoffmeyer

Ich bin 21 Jahre alt, liebe Theater und Reisen und komme aus der Nähe von Osnabrück. Auf diesem Blog habe ich über meine Erfahrungen mit der Nervenkrankheit GBS geschrieben und berichte über Reisen, die ich nun so oft wie möglich machen möchte. Man lebt nur einmal!

Zitat

»Jeder Tag könnte dein letzter sein – und wenn du irgendjemanden magst, sag es am besten gleich!«

– Cro