Als Jugendlicher durch Europa reisen?

Verreisen ohne Eltern, mit guten Freunden neue Städte entdecken und die Welt besser kennen lernen.

Als Jugendlicher durch Europa zu reisen klingt erstmal relativ unmöglich. Die Aktion wird schnell viel zu teuer und Jugendliche haben nun einmal in der Regel eher weniger Einkommen und somit leider oft eingeschränkte Möglichkeiten.

Wenn der Wunsch danach, einmal mehr als die Heimatstadt zusehen und fremde Orte erkunden zu können, trotzdem besteht und es einem schon in den Fingern juckt mal in die Welt hinauszukommen, dann ist die Frage des Geldes mit der richtigen Herangehensweise doch leichter mit „Ja“ zu beantworten, als man eigentlich denkt!

Nach einer langen Vorbereitung habe ich mit drei Freunden selber eine solche Europareise gemacht. Innerhalb von 4 Tagen haben wir dabei 3 Hauptstädte besucht! Wie wir das Ganze trotz geringer Budgets angegangen sind und schließlich auch durchziehen konnten, möchte ich in diesem Blogpost berichten.

In diesem Blogpost möchte ich mein Wissen weitergeben und somit auch andere dazu inspirieren mehr zu reisen und etwas zu erleben. (Wenn ich helfen konnte, würde ich mich sehr darüber freuen von in den Kommentaren davon zu lesen!)

Wie kommt man günstig von A nach B?

Ein großer Bestandteil einer jeden Reise ist die Fahrt zu den Orten, Städten oder Regionen, die man sich näher anschauen möchte. Da wir alle zum Zeitpunkt unserer Reise noch keinen Führerschein besaßen und auch noch Sprit-Kosten hinzugekommen wären, sind wir mit Bussen des Fernbus-Anbieters FlixBus gefahren.

Gerade für Jugendliche bietet FlixBus nämlich das sogenannte InterFlix-Ticket an. Man kann mit diesem für nur 99€ ganze 5 Fahrten mit dem FlixBus oder der FlixTrain innerhalb eines Zeitraums von 3 Monaten unternehmen (Stand: 25.05.2018). So kommt man extrem preisgünstig in die meisten europäischen Länder.

Die meisten Busse sind mit Wlan und Steckdosen ausgestattet, sodass man während der Fahrt das Handy aufladen und nebenbei im Internet surfen kann, ohne das eigene Datenvolumen aufzubrauchen.

Ein kleiner Nachteil bei dem InterFlix-Ticket ist, dass man keine Fahrten mit einem Umstieg, sondern ausschließlich Direktfahrten buchen kann. Da allerdings sehr viele Direktfahrten angeboten werden und das Strecken-/Routennetz immer weiter ausgebaut wird, ist dies kein wirklich nennenswertes Problem.

Wie/Wo kann man günstig übernachten?

Hotels oder andere Unterkünfte in Großstädten sind oft zwar schon relativ günstig für um die 50€ pro Nacht und Person zu finden, solange die Reise allerdings länger als eine Nacht dauern soll, wird es für einen Jugendlichen schon wieder zu teuer.

Wir haben in den vier Nächten, in denen wir unterwegs waren, nur eine in einem Hotel verbracht. In den restlichen waren wir in einem Bus unterwegs in die nächste Stadt. Bei der Reiseplanung wurde also strikt darauf geachtet, dass die einzelnen Busfahrten zwischen den Städten

  1. Nachtfahrten sind, damit wir den Tag nutzen können und nebenbei noch eine kostenlose Unterbringung für die Nacht haben.
  2. mindestens 10 Stunden lang dauern, damit wir genügend Zeit zum Ausruhen und Schlafen haben.

Nach der zweiten Nacht im Bus blieben wir eine Nacht in London, um eine Möglichkeit zum Duschen und zum Schlafen in einem richtigen Bett zu bekommen. Unser Hotel haben wir in einem Reisebüro gebucht und trotz relativer Nähe zur Innenstadt für nur 43€ pro Person (Frühstück inkl.) bekommen. Hier kam uns zugute, dass wir schon mehrere Monate im Voraus gebucht hatten. Wenn wir erst einen Monat vor Beginn unserer Reise gebucht hätten, so müssten wir mehr als das doppelte bezahlen!

Eine gute Alternative zu einem normalen Hotel ist Airbnb. Airbnb ist eine Plattform zum Buchen und Vermieten von privaten Unterkünften. Gerade wenn man mit mehreren Leuten Unterwegs ist rentiert es sich am meisten, da ein Festpreis pro Nacht gezahlt wird und nicht jede Person einzeln zur Kasse gebeten wird. In nahezu jeder größeren Stadt findet sich eine gute Auswahl an mietbaren Zimmern, Wohnungen und sogar Häusern.

Wenn du über diesen Link ein Airbnb mietest, dann sparst du bei deiner nächsten Reise ganze 25€! *

Wie kommt man günstig an Verpflegung?

Anstatt in Cafés oder Restaurants zu essen, sollte man sich besser an kleinen Ständen auf der Straße, in Supermärkten oder beim nächsten Bäcker etwas essbares besorgen. Hiebei ist darauf zu achten, dass man gezielt größere Supermärkte, am besten sogar noch Ketten, ansteuert und nicht zum nächsten Kiosk oder Einkaufslädchen läuft, da diese aufgrund ihrer geringen Größe oft deutlich teurer sind. Zudem bieten größere Läden – logischerweise – auch eine größere Auswahl. Auch der Ort des Supermarktes hat große Auswirkungen auf die Preise. So sind die an den Touri-Hotspots deutlich teurer als jene, die in einer Seitenstraße, etwas abseits der Massen-Ströme liegen.

Manche Städte (wie z.B. Paris) bieten zwar an jeder zweiten Ecke Trinkwasser-Brunnen an, an denen man seine Flaschen auffüllen könnte, man sollte sich allerdings unbedingt im Voraus darüber informieren, ob dem Trinkwasser in den einzelnen eine besonders hohe Menge an Chlor o.ä. hinzugefügt wurde und ob man dann nicht lieber die Finger davon lassen sollte. Gegebenenfalls kann man das Wasser nämlich nicht so gut vertragen, da der Körper in Deutschland nicht daran gewöhnt ist. Wenn man also von so einem Wasser trinkt, dann möglichst wenig – denn Bauchschmerzen oder ähnliches kann man auf einer Reise eher weniger gebrauchen.

Zwar ist Wasser im Ausland oft teurer als in Deutschland, aber man sollte lieber in Wasserflaschen aus dem Supermarkt investieren anstatt aus der Leitung zu trinken!

Die Sehenswürdigkeiten

Nachdem ich die formalen Dinge, wie die Fahrt und das Hotel, abgehandelt habe, komme ich hier zu den Gründen, warum man überhaupt in die jeweilige Stadt gefahren ist. Neben dem Flair, den eine Stadt ausstrahlt sind es die Sehenswürdigkeiten, die teilweise weltbekannt sind und die man sich mal Live anschauen möchte. Sehenswürdigkeiten können neben Museen und historischen Gebäuden auch einfach nur Plätze und Orte sein.

In vielen Großstädten gibt es häufig Programme, mit denen man die Sehenswürdigkeiten kostenlos auch von Innen betrachten kann. So ist in London der Eintritt in die meisten Museen für alle kostenlos und in Paris kommt man als EU-Bürger unter 26 Jahren sogar in fast jede Sehenswürdigkeit ohne Zahlen zu müssen hinein.

(Ein kleiner Tipp am Rande für alle, die nach Paris wollen: Anstatt für 19€ (Stand: 25.05.2018) die 745 Treppenstufen bis zur Spitze des Eiffelturms hoch und wieder herunter zu laufen (!) und im Voraus noch ewig zu warten, kann man besser kostenlos (für EU-Bürger bis 26 Jahren) auf den Triumphbogen gehen. Der ist zwar rund 250m kleiner als der Eiffelturm, aber bietet trotzdem eine super Aussicht über Paris und ganz ehrlich: Man geht doch nur auf den Eiffelturm um sagen zu können, dass man drauf war.)

Es hilft also sich vorher schon gut zu informieren, wie teuer die Sehenswürdigkeiten sind, die man besuchen möchte und ob man nicht sogar kostenlos hineinkommt.

Gute Planung, um viel zu sehen

Es mag vielleicht wie ein blöder Spruch klingen, aber ohne eine gute Planung kann man nicht das sehen, was man sich vorgenommen hat und gerne sehen möchte. Gerade, wenn man, so wie wir, nur sehr wenig Zeit und nur einen, maximal zwei Tage in den jeweiligen Städten hat, ist es wichtig vorher schon zu schauen, in welcher Reihenfolge man die Tour durch die Stadt machen möchte. Vor allem, wenn man mit mehreren Unterwegs ist hilft eine gute Planung, um eventuellen Streit während der Reise zu vermeiden („Ich möchte dahin“ – „Nein, ich würde lieber das sehen“ – …).

Wir haben uns zu viert jeder einzeln alle Sehenswürdigkeiten herausgesucht, die wir gerne besuchen möchten. Später wurde alles zusammen gebracht und in eine Karte eingetragen (das geht sehr gut mit Google MyMaps), sodass wir einen guten Überblick über unsere Ziele hatten. Im nächsten Schritt haben wir eine Route erarbeitet, mit der wir uns unsere Zeit möglichst effizient einteilen wollten, also sind wir immer zur nächstgelegenen Sehenswürdigkeit gelaufen und nicht quer durch die Stadt, um im nächsten Schritt wieder in die selbe Richtung zurück zu müssen.

Eine solche Planung hilft auch, um herauszufinden, ob man an manchen Stellen eventuell auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel, wie U-Bahn oder Bus, zurückgreifen muss. So kann man sich schon vorher damit auseinandersetzen und so günstige Tarife herausfinden. Anstatt Einzelfahrscheine zu kaufen, sollte man, wenn man mehr als zwei Fahrten machen möchte, lieber auf Tageskarten zurückgreifen, mit denen man den ganzen Tag lang fahren kann. Für Jugendliche gibt es auch hier oft (vor allem am Wochenende, da dann meistens kein Schülerverkehr herrscht) wieder irgendwelche Vergünstigungen, mit denen man echt sparen kann im Vergleich zum Vollpreis.

Beim Planen setzt man sich auch zwangsläufig detailreicher mit der Stadt auseinander und erfährt so spannende Informationen und Fakten, auf die man sonst nie gestoßen wäre. Außerdem kommt, bei mir zumindest, immer wenn ich am Planen und Lesen bin eine große Euphorie und Vorfreude auf die bevorstehende Reise auf!

Träume wahr werden lassen

Nach dem Lesen dieses Blogposts sollte deutlich geworden sein, dass man auch mit kleinen Mitteln Großes bewirken und sich somit Träume erfüllen kann. Auch, wenn man im Moment zu wenig Geld hat, lohnt sich das Sparen trotzdem. Anstatt Feiern zugehen und Geld in einen Abend zu investieren, an den man sich nachher sowieso nur noch bruchteilhaft erinnern kann, ist das dort ausgegebene Geld in manchen Fällen vielleicht schon ein halbes Hotelzimmer oder die Verpflegung für zwei Tage!

Wenn man wirklich Lust auf eine Reise hat, dann lässt sie sich auch machen. Die richtige Einstellung, auch mal Abstriche beim Komfort machen zu können (z.B. Übernachten während der Fahrt im Bus, Restaurant-Besuche ausfallen lassen, etc.), kann einen schon deutlich näher an sein gesetztes Ziel bringen und zu tollen Abenteuern führen!

 

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Über mich

Maarten Hoffmeyer

Ich bin 19 Jahre alt, gehe in die 12. Klasse eines Gymnasiums und komme aus Osnabrück. Auf meinem Blog schreibe ich über vor allem Reisen, Dinge, die mich interessieren und über GBS, eine Krankheit, die ich hatte.

Zitat

»Jeder Tag könnte dein letzter sein – und wenn du irgendjemanden magst, sag es am besten gleich!«

– Cro